Schaumburger Nachrichten · Juni 2026

Feuerwehren in unserer Samtgemeinde – meine Prioritäten

Von Carsten Kölling, parteiloser Bürgermeisterkandidat für die Samtgemeinde Rodenberg

Feuerwehr

Die Zukunft unserer Feuerwehren betrifft uns alle. Deshalb haben die Schaumburger Nachrichten die Bürgermeisterkandidaten gefragt, welche Prioritäten sie für Neubauten, Sanierungen und die Weiterentwicklung der Feuerwehrstandorte setzen. Hier findet ihr meine Antwort in ungekürzter Fassung:

Die Ausrüstung und Ausstattung der Feuerwehren ist immer und wird es auch bleiben, Thema in allen Samtgemeinden.

Die Aufgaben und Anforderungen an die Feuerwehren wachsen jedes Jahr. So haben zum Beispiel die Freiwilligen Feuerwehren der Orte Groß Hegesdorf, Kleinhegesdorf, Lyhren und Soldorf sich auf einen Zusammenschluss geeinigt. Dieser Zusammenschluss wird auf freiwilliger Basis erfolgen. Ein „zwangsweiser" Zusammenschluss ist von geringem Wert.

Der Neubau der Feuerwehr „Am Salzbach" ist für die vorgenannten FFWn auch eine Chance. Ein zukunftsorientierter Neubau, der dem aktuellen Standard entsprechen wird. Mit ein bisschen Glück wird im Sommer der Bauantrag gestellt werden und die weitere Planung kann erfolgen. Letztlich hat die FFW Soldorf 2013 erstmal einen entsprechenden Antrag auf ein neues Feuerwehrgerätehaus gestellt. Das brachte den „Stein ins Rollen" und führte zu den o.g. Überlegungen.

In die Überlegungen müssen natürlich die Anzahl der Einsätze, der Mitglieder, Entwicklung der Stärke, steigende und neue technische Anforderungen an die FFWen etc. sowie ein Feuerwehrbedarfsplan einfließen. Eine Priorisierung zu treffen ist schwierig, da nahezu überall Handlungsbedarf besteht. Diese könnte nur in Absprache mit der Samtgemeindefeuerwehrführung getroffen werden und würde sich an dem aktuellen Bestand, Zustand des Hauses, Erforderlichkeit, Schlagkraft und Zukunftsperspektive der jeweiligen Wehr richten.

Die FFW Algesdorf ist ein gutes Beispiel, wie man die vorhandenen Räumlichkeiten maximal ausnutzen kann. Der Platz ist endlich – das umfasst Räumlichkeiten für die Jugendfeuerwehr und Spinde für alle Kameraden. 2019 war bereits ein Erweiterungsbau auf einer gemeindeeigenen Fläche diskutiert und beschlossen worden. Dieser würde das Platzproblem deutlich entschärfen. Ein gutes Beispiel für die Motivation, Erfindungsgeist und den Einsatz der Kameraden. Dieser Erweiterungsbau ist nötig und überfällig – ich würde dieses Projekt zuerst angehen.

FFW Apelern: Diese hat eine hohe Mitgliederzahl und stellt die Kinderfeuerwehr für Apelern, Soldorf, Groß Hegesdorf, Kleinhegesdorf und Lyhren – ein wichtiger Beitrag zur Gewinnung zukünftiger Kameraden. Aktuell sind weder eine Schwarz-Weiß-Trennung noch Duschen vorhanden, was nicht dem aktuellen Standard entspricht. Eine Fläche direkt östlich des Friedhofes Apelern wird für einen Neubau favorisiert – Eigentum der Gemeinde Apelern. Der charmante Vorteil: Neben dem Neubau böte sich die Möglichkeit, einen Anbau für das Material der Samtgemeinde-Jugendfeuerwehr und eine Kleiderkammer zu errichten – zentral, wirtschaftlich, zukunftsfähig. Tenor: Je länger wir warten, umso teurer wird es.

FFW Feggendorf: Das Grundstück eines avisierten Neubaus ist bereits Eigentum des Flecken Lauenau – eine gute Ausgangsposition.

Die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren sind komplexer und vielfältiger geworden. Das gilt auch für die größeren Wehren in Rodenberg und Lauenau, die ebenfalls an räumliche Grenzen stoßen. Welche Maßnahmen hier die richtigen sind, sollte auf Gemeindekommandoebene entschieden werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren unserer Samtgemeinde leben von der Motivation ihrer Mitglieder. Diese durch das Vorenthalten moderner Gerätehäuser zu schmälern, kann und darf nicht im Sinne des Schutzes der Bewohner unserer Samtgemeinde sein. Letztlich muss der neue Samtgemeinderat diese Entscheidungen treffen und mittragen.

Carsten Kölling